Projekte Kinder- und Jugendhilfe Sonnenstern macht satt

Sonnenstern macht satt

Bei uns leiden mehr als 800.000 Kinder an Mangel- und Fehlernährung. Gemäß der GBSC-Team Deutschland-Studie (Oktober 2011) frühstücken 20,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen an keinem einzigen Schultag. Die UNICEF-Vergleichsstudie 2012 erklärt, dass in Deutschland eines von 20 Kindern sogar auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten muss. Gehen wir davon aus, dass die Kinder ohne Frühstück maximal alle 24 Stunden etwas zu essen bekommen. Jedes 20. Kind aber manchmal tagelang gar nichts.

Mit knurrendem Magen haben sie von Anfang an keine Chance auf Bildungsgleichheit und Schulabschluss. Zudem besteht die Gefahr, dass sich ihr Körper und die Organe nicht richtig entwickeln können und schwere Krankheiten die Folge sind.

Beim Schulbeginn werden Kinder aus Familien mit niedrigerem sozioökonomischem Status und Kinder mit Migrationshintergrund häufiger wegen Sprach- und Sprechstörungen, psychomotorischer Störungen sowie intellektuellen Entwicklungsstörungen von der Einschulung zurückgestellt. Diese Kinder holen ihre Defizite während der Grundschulzeit zumeist nicht auf.

Bereits die Lesekompetenz am Ende der Grundschulzeit beeinflusst jedoch die Übergangschancen in eine höher qualifizierende Schule und somit die Möglichkeit in der Berufsausbildung. In der weiteren Folge hat dies Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten und die soziale Vernetzung und so wiederum auf die Erziehung und die Bildungschancen der nächsten Generation. Ein ewiger Kreislauf.

Aus all diesen Gründen hat sich der Verein Sonnenstern e.V. dazu entschlossen, bedürftige Kinder mit Schulfrühstück, Pausenangeboten oder Mittagessen zu unterstützen. Sollten nicht alle Kinder möglichst gleiche Startbedingungen in ein glückliches Leben haben?

In Zusammenarbeit mit Horten, Mittagsbetreuungen und Schulen bietet der Verein Sonnenstern e.V. Kindern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden, ein gesundes Frühstück und übernimmt Zuschüsse für Mittagessen und Betreuung. Die individuelle Beurteilung der Bedürftigkeit der Kinder liegt bei der jeweiligen Einrichtung, also Schule, Hortleitung oder Kindertagesstätte und deren Sozialbetreuer.

Schuljahr 2020/21

Das Sonnenstern-Frühstück in diesem Jahr stellt uns vor neue Herausforderungen. Was wir wohl alle in diesem besonderen Corona-Jahr gelernt haben: Planbarkeit ist gut aber aus! So begannen wir dieses Schuljahr erst mal mit dem Erarbeiten von Hygienekonzepten und einer entsprechenden Hygieneschulung für unsere Frühstücksfeen. Die waren nach dem Lockdown im Frühjahr vor allem froh, sich endlich wieder um "ihre Kinder" kümmern zu können. Maske, Handschuhe, Abstand, das Vorportionieren und Anreichen der Speisen hat ihnen "das Kümmern" nicht wirklich leichter gemacht, doch die meisten haben durchgehalten. Ihnen gilt unser aufrichtiges Dankeschön.

Auch das Planen für die Bestellung der Lebensmittel war und ist nicht immer einfach, da wir nie wirklich wissen, was morgen ist. Bleiben die Schulen auf oder werden sie geschlossen? Hat sich jemand infiziert? Muss womöglich eine Frühstücksfee in Quarantäne und sind die Springer bereit und gesund? 

Im November wurde die in die Jahre gekommene Willy-Brand-Gesamtschule im Münchner Stadtteil Harthof abgerissen. Bis sich die Schulfamilie in ihrem neuen Gebäude eingelebt hat, wurde hier bis auf Weiteres das Schulfrühstück eingestellt. Dies ermöglichte uns dafür die Aufnahme von zwei weiteren Schulen, denn vor allem die bedürftigen Kinder trifft die Corona-Krise besonders hart. Neu dabei also ab diesem Jahr die Mittelschule in Milbertshofen und das Sonderpädagogische Förderzentrum München Ost. 

Ein gesundes Frühstück vom Sonnenstern bekommen für dieses Schuljahr die Kinder an folgenden Schulen:

  • Die Adolf-Rasp-Grundschule in Kolbermoor
  • die Mangfallschule in Kolbermoor
  • die Mittelschule Schleißheimer Straße in München Milbertshofen
  • die Rupert-Egenberger-Schule in Bad Aibling
  • die Willy Brandt Gesamtschule in München (bis zu den Herbstferien)
  • das Sonderpädagogische Förderzentrum München Ost
  • das Sonderpädagogische Förderzentrum in Wasserburg am Inn. 

Frühjahr 2020

Die Corona-Pandemie in diesem Frühjahr hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf unser Sonnenstern-Schulfrühstück. So war es uns in dieser Zeit leider nicht möglich „unseren“ Kindern ein Frühstück in gewohntem Rahmen anzubieten. Nach den Pfingstferien und unter Beachtung der Hygieneauflagen erlaubte das bayrische Staatsministerium dann zum Glück ausdrücklich die Wiederaufnahme der Schulverpflegung. Also haben wir für diese außergewöhnliche Zeit ein Schutz- und Hygienekonzept für unser Schulfrühstück entwickelt. Wichtiger Bestandteil waren hierbei die extra neu angeschafften Brotzeitdosen, denn die Kinder durften nur noch "kontaktlos" verpflegt werden.

Ebenfalls aus Hygienegründen gab es in den Notfallbetreuungen der Schulen oft kein Mittagessen für die Kinder. Die meisten von ihnen wurden durch das Jugendamt in die Notbetreuungen geschickt, da im Elternhaus eine gute Betreuung nicht gegeben war. Andere kamen aus Familien, in denen die Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Um wenigstens eine Grundversorgung zu gewährleisten, versorgten unsere Frühstücksfeen in Bad Aibling am Sonderpädagogischen Förderzentrum für sechs Wochen täglich 30 Kinder der Notfallbetreuung mit unseren Brotzeitboxen.

Schuljahr 2019/20

Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch für das Schuljahr 2019/20 das Projekt "Sonnenstern macht satt". Die Erfolge in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass sowohl die Leistung als auch der allgemeine Gemütszustand der Schülerinnen und Schüler mit einem gesunden Frühstück und Mittagessen wesentlich besser ist als ohne. Die wichtigste Errungenschaft war jedoch, das positive Feedback der Kinder, das uns zu jeder Sekunde zum Weitermachen inspiriert hat.

Ein gesundes Frühstück bekommen für dieses Schuljahr die folgenden Schulen:

  • Die Adolf-Rasp-Grundschule in Kolbermoor,
  • die Mangfallschule in Kolbermoor,
  • die Rupert-Egenberger-Schule in Bad Aibling,
  • die Willy Brandt Gesamtschule in München,
  • und das Sonderpädagogische Förderzentrum in Wasserburg am Inn. 

Aufgrund der Umbaumaßnahmen der Grundschule an der Plinganserstraße in München, ist ein Frühstück aktuell leider nicht mehr möglich. Das Projekt ist für die Dauer der Umbaumaßnahmen leider stillgelegt, da es uns nicht gestattet ist in der Mensa unser Frühstück vorzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Sobald wir wieder einen geeigneten Raum mit den notwendigen Hygienevorschriften zur Verfügung gestellt bekommen, wird hier natürlich unsere Arbeit fortgesetzt.

Eine weitere erfreuliche Nachricht hat uns von der Grundschule an der Berner Straße in Obersendling erreicht. Dort haben wir in den vergangenenen Jahren den Selbstbehalt für das Mittagessen bedürftiger Kinder übernommen. Nun hat auch unser Engagement dazu beigetragen, dass die Bundesregierung mit ihrem Bildungspaket in dieser Richtung Verbesserungen vorgenommen hat. Ab 01. August 2019 entfällt der Eigenanteil für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schule, Kindertagesstätte, Hort oder Tagespflege. Somit ist unsere Unterstützung in diesem Bereich nicht mehr benötigt. Ein sehr schöner Erfolg! Nachzulesen sind die Leistungen für Bildung und Teilhabe übrigens hier.